(Februar 2026)
Ein Nachmittag voller Klang, Geschichten und spürbarer Lebendigkeit erfüllte die Räume des Lina‑Oberbäumer‑Hauses. Die Ostönner Veeh‑Harfen‑Gruppe schuf eine Atmosphäre, in der Musik und Märchen einander die Hand reichten. Mit warmen, klaren Tönen ließen die Musikerinnen ihre Veeh‑Harfen erklingen – mal sanft und träumerisch, mal fröhlich und einladend. „Das geht direkt ins Herz“, meinte eine Bewohnerin leise, während sie im Takt mitwippte.
Zwischen den Musikstücken entführte Monika Görgen die Zuhörerinnen in die Welt der Märchen. Mit Geschichten wie Dornröschen weckte sie Erinnerungen an Kindheitstage, an vertraute Bilder und längst bekannte Worte. Der Wechsel aus Harfenklängen und Erzählmomenten verlieh dem Nachmittag einen besonderen Rhythmus, der die Bewohnerinnen spürbar berührte. „So schön erzählt – ich hätte noch stundenlang zuhören können“, sagte eine andere Bewohnerin mit einem Lächeln.
Auch wenn die Veeh‑Harfe selbst fast märchenhaft klingt, stammt ihre Geschichte aus dem echten Leben. Der Landwirt Hermann Veeh suchte einst nach einem Instrument für seinen Sohn Andreas, der mit dem Down‑Syndrom geboren wurde. Andreas liebte Musik, doch herkömmliche Instrumente waren schwer zugänglich. Die Erinnerung an alte Saitenzupfinstrumente mit Notenschablonen brachte schließlich die entscheidende Idee: ein Instrument, das ohne Notenkenntnisse spielbar ist, leicht zu handhaben und zugleich klanglich bezaubert. So entstand die Veeh‑Harfe – ein Instrument, das Menschen mit unterschiedlichsten Fähigkeiten das gemeinsame Musizieren ermöglicht. Notenschablonen, die unter die Saiten geschoben werden, machen das Spielen „vom Blatt“ möglich und eröffnen vielen Menschen einen neuen Zugang zur Musik.
Heute bereichert die Veeh‑Harfe Kindergärten, Schulen, therapeutische Einrichtungen und Seniorenhaushalte – und schenkt dabei immer wieder Momente, die verbinden. Genau solche Momente entstanden an diesem Nachmittag: beim Lauschen, beim Mitsingen, beim gemeinsamen Erleben.